Samstag, 22. März 2014

#urban #underground #meymey #foodcorner



Die Stadt hat für uns noch so viel unentdecktes Terrain. So haben wir uns spontan am Wochenende entschlossen zu einem „Urban-Basar“ am Ren Min Square, der Innenstadt von Changchun zu fahren. Eigentlich wollten wir günstige „Original“-Uhren ;-) kaufen, stattdessen gab es kitschige Brillen, Textilprodukte und Schuhe. Das verrückte an diesem Markt war, dass dieser circa 5.000 qm² groß und komplett unterirdisch war. In dem „never-ending Basar“ kamen wir uns vor wie im Zoo. Wir wurden ständig gemustert. Es erschien uns so, ob sich jeder wunderte, wie die verrückten Europäer es geschafft haben diesen Markt zu finden.  An dieser Stelle könnte man die Gedanken eines älteren Herrn am Gesichtsausdruck interpretieren. Er blickte so schockiert als er uns sah, wobei seine Gedanken wohlmöglich folgende waren: „Oh mein Gott! Ich bin 60 Jahre alt, aber eine solche Spezies habe ich noch niiiie gesehen!“ :D

Dieser Basar hatte sehr viel Schönes zu bieten. Es wurde viel gekauft und eine Verhandlung war sehr effektiv und lustig. Jan hat eine schöne Hose gefallen, war jedoch nicht bereit den ausgeschilderten Preis zu zahlen. Nach aussichtslosen Preisverhandlungen hat Jan eine sehr taktisch wertvolle Aussage getroffen. Er sagte die Zauberworte: „May may“! Die Verkäuferin war hin und weg und bot die Hose für nur noch 2/3 des Ursprungspreises an. Leider hat somit Burcu den Kürzeren in Sachen Preisverhandlungen gezogen, denn in China macht man Männern keine Komplimente. :(


 











Als wir abends in den Straßen schlenderten, sorgte ein junges Mädchen für eine kurzeitige Welle der Euphorie. Sie hielt einen chinesischen DÖÖNEER in der Hand. Wir konnten es nicht glauben und sind natürlich total ausgeflippt. :-D Als wir fragten, wo wir denn einen solchen ordern können, kam natürlich die chinesische Standardantwort: „Meyo“. Das Wort bedeutet sowas wie: „Nix“, „Nicht“ oder „keine Ahnung“. Auf gut Deutsch gesagt: „Lass mich bloß in Ruhe!“ :D
Nach dem Basar machten wir uns auf die Suche nach etwas Leckerem und landeten in einer Food-Corner eines Kaufhauses. Der Schnellimbiss war wohlmöglich der größte Fehler der letzten 2 Wochen. Als wir daheim ankamen, ging es uns allen schlecht und der Magen drehte sich um gefühlte 180 Grad.
Nach etlichen Taxi-Fahrten hatten wir endlich mal einen gesprächigeren chinesischen Fahrer erwischt. Jan hat es mit seinem Wörterbuch geschafft dem Taxi-Fahrer einen Witz zu erzählen, den er urkomisch fand.  Hört einfach mal in unsere Sprachnotiz rein. Ali war so clever und hatte diesen aufgenommen.  :D

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P.S.: Auch dieses Wochenende haben wir das Fußballspiel gewonnen ;) und schaut mal rein in  unseren „Big-Tasty“-Test.

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Dienstag, 11. März 2014

Wochenend-Report


Am Wochenende waren wir bei Felix, einem deutschen Arbeitskollegen, zu einem netten Beisammensein eingeladen. Felix wohnt ebenfalls in der Up Up Town-Wohnsiedlung, direkt um die Ecke unseres Appartements. Bei dieser trockenen Kälte kommt einem der kurze Fußmarsch  jedoch wie eine halbe Ewigkeit vor :-(.  Wir waren in einer geselligen Runde mit vielen Expats. Expat ist die Bezeichnung für Fachkräfte die vorübergehend ins Ausland entsendet werden. Vertreten waren viele Länder wie bspw. Irland, England, Schweiz, Deutschland und Pakistan. Das Essen war sehr wirklich super. Es gab Enchiladas – REAL MEXICAN FOOD!  In solch einer gemischten Truppe gab es reichlich Gesprächsstoff und eine Menge spaßiger Momente. Leider wurde das Fotografieren dabei total vernachlässigt, um den schönen Abend festzuhalten.


Am Sonntag ging es dann zum chinesischen Fußballspiel. Tarik und Jan nutzten die Chance, um ihre Kräfte mit den chinesischen Fußballspielern bzw. Arbeitskollegen zu messen. Das Spiel dauerte 90 Minuten, wobei zwei Pausen stattfanden. Die Pausen wurden genutzt, um die Puste aufzuladen, da die Kälte der Luft der Lunge ganz schön zusetzt. Unsere Firmenmannschaft gewann 8:0 gegen eine bis jetzt uns „unbekannte“ gegnerische Mannschaft. Der Torwart der gegnerischen Mannschaft war leider so miserabel, dass unser Torwart sich bereit erklärte für den Gegner sich ins Tor zu stellen.  Leider nutzte dies auch nichts, denn unseren deutschen Teufelsdreier konnte niemand stoppen :D. Jan erzielte 2 Treffer, Felix  traf 4x und Tarik konnte 2 Tore vorbereiten!!!! Ok… man muss dazu sagen unsere Firmenmannschaft ist im Umkreis der „FC Barcelona“ und wird im März für ein Wochenende in Shanghai um die „offizielle Firmenmeisterschaft“ spielen. Vielleicht werden Tarik und Jan für die Mission „chinesischer Firmenmeister“ einberufen und fliegen mit nach Shanghai. 



Abends nutzten Ali, Tarik und Jan die freie Zeit um eine wohlverdiente riesen Pizza zu essen. Ehrlich gesagt, sie war fantastisch. Sehr amerikanisch, gut belegt – einfach göttlich!




P.s.: Findet den Fehler im Bild


LG aus China

Sonntag, 9. März 2014

Die erste Woche ist vorbei!


Nach der ersten Nacht in unseren neuen vier Wänden hieß es schon am zweiten Tag arbeiten. Wir waren noch total gebeutelt vom Jet-Lag, aber trotz alledem haben wir die Mammut-Aufgabe „um 8.00 Uhr morgens auf der Arbeit sein“ gemeistert. Wir wurden herzlichst begrüßt und dem ganzen Top-Management vorgestellt. Sehr interessant war, dass sich der oberste Chef extra für uns Zeit genommen hat.Ein echter Top-Typhalt :-D! Er führte uns durch den ganzen Standort und erklärte alles sehr ausführlich. Den Rest der Woche verbrachten wir mit der Projektplanung sowie um erste Eindrücke in der Produktion zu gewinnen. 

Unser erster Besuch im chinesischen Restaurant war absolut fantastisch und sehr spannend. Wir aßen aus sogenannten “Hot Pot’s“- vergleichbar mit einem deutschem Fondue. Der Luxus an dem chinesischen Fondue ist, dass jeder hatte seinen eigenen „Hot Pot“ bzw. Topf hat.Also absolut stressfrei :-D. Zu den Pot´s werden verschiedene Zutaten bestellt die man sich selbst zusammenstellen kann. Sind die Lieblingszutaten gebracht, schmeißt man diese ganz einfach gemeinsam in den Topf. Es schmeckt soooo lecker. Beim Bestellen haben wir auch gleich dazu gelernt: Ob man Hunger hat, oder nicht, man bestellt immer so viel, bis kein Zentimeter mehr auf dem Tisch frei ist – ansonsten würde man geizen :D. Also wurde kräftig bestellt. Die Königsdisziplin dabei war jedoch, die Zutaten mit dem Stäbchen aus dem Topf zu fischen – hmm naja unsere Handhabung lässt noch zu wünschen übrig. Das heißt für uns üben, üben, üben :-D


Nach einem schmackhaften Essen, lassen es sich die Chinesen gut gehen. Dazu gehört ein lauter Rülpser, Spucken auf den Boden oder eine Zigarette am Tisch – auch schneiden sie sich nach dem Essen gerne mal die Nägel.Mhm… eine sehr leckere Extra-Zutat. Nein Spaß :-DWir waren ziemlich konfus als wir dies zum ersten Mal erlebten. Wir dachten nur Igit-Pfui-Bääh!

Die Straßen in Changchun sind ziemlich breit, jedoch ohne Streifen. Die chinesischen Autofahrer nutzen die Chance und machen aus einer 3-spurigen, eine 5-spurigeFahrbahn :D Wenn die 5 Spuren immer noch nicht ausreichen, fahren sie auch gerne mal als Geisterfahrer – ein echter Adrenalinkick. Ehrlich gesagt wird mehr Adrenalin ausgestoßen als beim ersten Bungee-Jump. :-D Dernächste Adrenalinkick ist das Abbiegen an den riesengroßen Kreuzungen.Es ist nichts geregelt, jeder fährt nach Gefühl los. Es wird kräftig losgehupt, um sich einen Weg durch die Masse der Autos „zu erkämpfen“. Ein wahres Chaos an das man sich erstmal gewöhnen muss.



P.S.: Nach einem 1-wöchigen Kampf gegen die Kälte in unserer Wohnung, sind endlich die externen Heizungen da. Unsere Bodenheizung klappt nicht -.-!



Samstag, 8. März 2014

Das erste Mal im chinesischen Supermarkt



Unser erstes Ziel nach der Ankunft in Changchun war die Bank, wo wir unsere Euro‘s in die chinesische Währung „RMB“ wechseln wollten. Angekommen in der Bank mussten wir direkt ein Ticket ziehen. Anschließend mussten wir unsere Reisepässe kopieren. Jetzt wird sich bestimmt jeder Fragen: Warum bitte schön eine Kopie? ...Wir waren selbst sehr verwundert, da wir nur Geld wechseln und kein Kredit aufnehmen wollten. Ohne Reisepass ist man in China anscheinend geliefert und handlungsunfähig. Für jeden Anlass wird man im PC gespeichert und mit Videokameras gescannt... Die CHINESISCHE Firewall eben :-)
Nach langer Wartezeit wurden endlich nacheinander unsere Nummern auf den Displays angezeigt. Wir gingen an den Schalter und nahmen Platz. In unseren Augen war es nur ein ganz banaler (Burcu’s Lieblingswort aus dem Monat Februar :-)) Geldwechselprozess. Allerdings sahen die Mitarbeiter darin eine strategisch wichtige Aufgabe der Informationsgewinnung. So ließen sie sich noch mehr Zeit. 30 Minuten dauerte die  Wartezeit und ungefähr 20 Minuten die Bearbeitung…einfach göttlich nach einem 13 Stündigen Flug!!! 

 Fragen wie, „Weshalb seid ihr hier?“, „Wie lange bleibt ihr hier?“ beantwortete unsere Helferin – andernfalls hätten wir vermutlich nicht nur ohne Koffer, sondern auch ohne RMB die Heimreise antreten müssen. 

Endlich ging es in den Supermarkt - ein Walmart. Wer sich an dieser Stelle einen Walmart wie in Amerika vorstellt, liegt komplett falsch! Ehrlich gesagt hätte das Ordnungsamt diesen Supermarkt sofort geschlossen :-D! Eine total überfüllte „Markthalle“ mit einer halben Unterwasserwelt – zahlreiche Aquarien - Marktschreiern sowie ungekühlten Fleischverkauf. Für einen peniblen strukturierten  Europäer einfach zu viel nach einem so langen Flug! Wir kauften schnellstmöglich die nötigsten Lebensmittel und Utensilien, um anschließend in unsere neuen vier Wände gefahren zu werden. 

Zuhause angekommen haben wir uns einen ersten Überblick verschafft und den restlichen Tag ruhig verbracht. Natürlich waren wir alle total K.O., haben jedoch die Schlafzeit hinausgezögert, um somit gegen den Jet-Lag vorzubeugen.  

Montag, 3. März 2014

Die Reise in das Reich der Mitte hat begonnen

Heute Nachmittag haben wir uns auf den Weg nach Frankfurt begeben, um die Reise nach China anzutreten. 
Wir waren sehr aufregt, da wir nicht wissen was uns in dem Fernen Osten erwartet.  Als wir unser Gepäck aufgegeben hatten – zum Glück mussten wir das Übergepäck am Schalter nicht bezahlen -  und die Sicherheitskontrolle passierten, nutzten wir die letzte Chance im Duty-Free-Bereich die letzten wichtigen Dinge aus Europa einzukaufen. Nach den kleinen Einkäufen begaben wir uns in den Wartebereich, um auf den Flieger zuwarten. Wir warteten, warteten und warteten, wobei wir uns schon wunderten warum das Gate für das Boarding nicht öffnete. In ganzer Panik stellen wir dann fest, dass das Gate für das Boarding wechselte. Wir saßen mit Kuba-Reisenden zusammen und waren über die geringe Anzahl von Asiaten in dem Bereich verwundert. Zum Glück bemerkten wir es und konnten in letzter Sekunde den Flug noch antreten.





Der Flug war sehr angenehm und dauerte circa 9 Stunden nach Peking. Wir hatten das Glück super Sitze direkt am Notausgang bekommen zu haben.  Die waren sehr praktisch, weil man dort über mehr Beinfreiheit verfügt.


Als wir landeten musste wir direkt zur Passkontrolle, denn unser Anschlussflug folgte schon in 1 ½ Stunden. Die große Frage war nur, an welche Schlange stellen wir uns an? International Transfer, International Transit oder Foreign Control? Wir stellen uns, wie könnte es auch anders sein, zuerst bei International Transfer an – FALSCH –, dann an die International Transit – auch falsch :-D –, und letztlich an die richtige Schlange. Ok… ja, wir müssen zugeben, das wir uns ein wenig dämlich angestellt haben, aber das schieben wir einfach mal auf die Aufregung und den Jet-Lag! Das stetige erneute Anstellen hat zur Folge, dass unser Zeitpuffer von 1 ½ Stunden auf Sage und Schreibe 30 Minuten schrumpfte. Jeder erfahrende Reisende, den wir fragten, hatte uns schon prophezeit, dass wir unseren Anschlussflug verpassen werden. Trotz all dem Stress schafften wir es, uns rechtzeitig in den Flieger nach Changchun zu setzen. Nach dem Motto, jetzt kann nichts mehr schief gehen, freuten wir uns und stellten den Kompass in Richtung volle Kraft voraus. In Changchun angekommen, warteten wir auf unser Gepäck. Wie schon in Frankfurt warteten, warteten und warteten wir am Gepäckschalter. Doch wo war unser Gepäck nur geblieben? Air China hatte es nicht mehr rechtzeitig geschafft unser Gepäck zu verladen, sodass unser Gepäck noch in Peking war. Na toll! Wir hatten schon Angst, dass dies 2 oder 3 Tage dauern würde, doch zum Glück kam unser Gepäck, pünktlich wie versprochen mit dem nächsten Flieger. Die Airline war so freundlich und hatte uns dieses direkt zu unserer neuen Wohnung vorbeigebracht. Perfekt! Ein gelungener Tagesabschluss und wir werden uns bald wieder melden!

Liebe Grüße aus China